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Girgis Shoukry

vom 01.06.2013 – 30.11.2013

Girgis Shoukry
  • Herkunft: Ägypten
  • Jahrgang: 1967
  • Letzte Veröffentlichung:
    «Was von uns übrig bleibt, interessiert niemanden», 2004
  • Auszeichnungen:

Komplizenschaft.
Ich lüge /
und der Stuhl, auf dem ich sitze, /
vergibt mir. //
Du lügst, /
aber der Stuhl, auf dem du sitzt, /
vergibt dir. //
Der Tisch schaut zu /
und lässt es wohlwollend geschehen. Aus: «Und die Hände auf Urlaub»

 

 

 

Die Philosophie poetisch dekonstruieren

Der ägyptische Lyriker und Theaterkritiker Girgis Shoukry wurde 1967 in Sohag, Ägypten, als Sohn einer koptischen Familie geboren. An der Sohag Universität graduierte er 1990 zum Bachelor of Commerce (Handelsstudium) und diplomierte an der Kunstakademie in Kairo 1994 zum Kunst- und Theaterkritiker. Ab 1994 arbeitete er für ein Radio- und TV-Magazin als Theaterkritiker in Kairo. Er ist Mitherausgeber der literarischen Zeitschrift «Aswat adabiyya» (Literarische Stimmen). Von ihm sind auf Arabisch Gedichte erschienen, die ins Englische, Französische, Schwedische, Deutsche und Katalanische übersetzt wurden. Der Dichter nahm an mehreren internationalen Lyrikfestivals und Künstleraustauschprojekten teil und ist über Ägypten hinaus bekannt. Shoukry möchte die Lyrik aus dem Elfenbeinturm befreien und dem Leser neue Perspektiven auf die Welt eröffnen. Wie viele andere ägyptische Schriftsteller seiner Generation interessiert er sich als Lyriker weniger für das grosse Ganze als für den Einzelnen. Seine teils melancholische, teils lakonische Dichtung schärft den Blick für die Risse in der Normalität und deckt die Einsamkeit des Menschen in seinem Leben auf.

 
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