Viktor Martinowitsch
Aktualisiert am 21.11.2016
Viktor Martinowitsch

«Eine Sprache mit gewaltiger Sogwirkung»

Viktor Martinowitsch, *1977, studierte Journalistik und Kunstgeschichte in Minsk. Sein erster Roman «Paranoia» (Voland & Quist, 2014, aus dem Russischen von Thomas Weiler) wurde nach Erscheinen in seiner Heimat inoffiziell verboten. «Der Roman spielt in einer Grossstadt, die in jedem Detail dem heutigen Minsk entspricht. Die Herausforderung des Regimes war offensichtlich: Der Roman verschwand nach zwei Tagen aus den Regalen», schrieb der Osteuropa-Experte Timothy Snyder in einem lobenden Essay in der New York Review of Books.

«Сцюдзёны вырай» (Eisiger Süden) erschien 2011 ausschliesslich als E-Book und gilt, laut dem Autor, bis heute als der am meisten heruntergeladene Roman von Belarus. Im Herbst 2016 ist Martinowitschs zweiter Titel auf Deutsch erschienen: «Mova» (Voland & Quist, 2016, aus dem Belarussischen von Thomas Weiler) spielt im Jahr 4741 chinesischer Zeitrechnung in Minsk unter chinesisch-russischer Herrschaft und handelt von einer Droge aus Buchstaben, welche die Stadt in Aufruhr versetzt. Martin Becker attestierte Martinowitsch auf Deutschlandradio Kultur «eine Sprache mit gewaltiger Sogwirkung».

Viktor Martinowitsch lehrt Politikwissenschaften an der Europäischen Humanistischen Universität in Vilnius und schreibt regelmässig für ZEIT online. Er war 2014 Stipendiat am Institut für die Wissenschaften vom Menschen in Wien und hatte 2015 ein Residenzstipendium am Literarischen Colloquium Berlin.

 

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