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Autorinnen & Autoren

Girgis Shoukry

vom 01.06.2013 – 30.11.2013

Girgis Shoukry
  • Herkunft: Ägypten
  • Jahrgang: 1967
  • Letzte Veröffentlichung: «Was von uns übrig bleibt, interessiert niemanden», 2004

Komplizenschaft.
Ich lüge /
und der Stuhl, auf dem ich sitze, /
vergibt mir. //
Du lügst, /
aber der Stuhl, auf dem du sitzt, /
vergibt dir. //
Der Tisch schaut zu /
und lässt es wohlwollend geschehen. Aus: «Und die Hände auf Urlaub»

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Beitrag vom 29.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (9)

Von meinem Fenster aus sehe ich morgens wie abends, wie gut gepflegte Hunde mit ihren Besitzern nach Hause kommen. Ich beobachte die Hunde, die Bäume und die Menschen, und ich denke: Warum gibt es hier eigentlich keine herrenlosen Katzen und Hunde auf den Straßen?

Beitrag vom 26.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (8)

Zürich, eine Stadt aus römischer Zeit, bewahrt ihre Vergangenheit, ihre alten Gebäude, ihre Kirchtürme und ihre engen Gassen, durch die gerade mal ein Pferd mit Reiter oder heute ein Radfahrer passt.

Beitrag vom 22.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (7)

Die Straße ist mir weniger fremd als meine Wohnung. Man hat hier keine Angst auf der Straße, und nichts muss einem peinlich sein. Man isst, liebt sich, betrinkt sich, macht Musik oder hört dabei zu.

Beitrag vom 21.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (6)

Auf der Straße, in den Kneipen, am Seeufer, auf den Gehwegen und in den öffentlichen Verkehrsmitteln sind alle gleich: Verkleidete Gaukler, Missionare in dunklen Anzügen, Schwule, Huren und Intellektuelle, alle leben sie in Toleranz und Sympathie zusammen.

Beitrag vom 19.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (5)

Die Natur geizt hier mit nichts. Sie schenkt den Menschen all ihre Schönheit, und die Menschen achten und lieben sie dafür. Mehr noch, sie behandeln einander mit Nachsicht und Vergebung, fast wie in einer Liebesbeziehung.

Beitrag vom 18.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (4)

Es war seltsam, von einer Dame am Flughafen abgeholt zu werden, die mich anlächelte und mir mitteilte, wir seien nun auf dem Weg in meine Wohnung. Sie benutzte dieses Possessivpronomen, und als wir in der Tram Nummer 3 saßen, sagte sie wieder: «Die fährt zu Ihrer Wohnung.»

Beitrag vom 14.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (3)

Mir kam es vor, als würde mein Selbst anderswo auf mich warten und ich wäre nur ein Leib, unfähig zu leben.

Beitrag vom 13.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (2)

Ich machte eine Runde durch die Wohnung. Ein Schlafzimmer, ein Schreibzimmer, ein Wohnzimmer. Die Küche ging auf eine schöne Straße mit Bäumen hinaus, das Arbeits- und das Schlafzimmer auf eine andere. Die Fenster waren so groß wie die mich umgebende Leere. Obgleich alles so reizend aussah, vermisste ich Dinge, die ich kenne und die mich kennen.

Beitrag vom 11.11.2013

Zürich – eine Stadt als Theaterbühne (1)

Ja, ich bin aus freien Stücken hierhergekommen, um meinen Kopf frei zu bekommen und Ruhe zu haben vor manchem, was mir in Kairo unangenehm ist.

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